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Deine Gehaltsvorstellungen - strategisch ins Bewerbungsgespräch

Strategisch ins Bewerbungsgespräch

Wann kann ich eigentlich im Bewerbungsprozess meine Gehaltsvorstellungen äußern? Sollte der Gehaltswunsch schon im Anschreiben stehen oder sollte ich erst einmal abwarten, was geboten wird?

 

Die Tipps für deine Gehaltsstrategie…

Das Thema Gehalt kann und muss im Bewerbungsgespräch angesprochen werden. Es ist auch schon lange kein Tabu mehr, über Gehaltsvorstellungen zu sprechen - im Gegenteil - ein wichtiger Faktor für beide Seiten.

 

Der richtige Zeitpunkt

Eine Arbeitsmarktstudie hat bei 100 österreichischen HR-Verantwortlichen, nach dem richtigen Zeitpunkt für die Gehaltsfrage geforscht:

 

Zeitpunkt für die Frage nach dem Gehalt

Personalverantwortliche

Ab dem zweiten Bewerbungsgespräch

46 Prozent

Bereits im ersten Gespräch bzw. im Bewerbungsprozess

33 Prozent

Im letzten Gespräch oder der Phase des Jobangebotes

9 Prozent

Niemals, eine Gehaltsdiskussion sollte immer vom Arbeitgeber ausgehen

12 Prozent

 

Für die meisten Befragten ist das zweite oder eines der nachfolgenden Gespräche ideal, um das Thema Gehalt anzusprechen. Immerhin 12 Prozent möchten gar nicht dass der Bewerber das Thema Gehalt anspricht, sondern in den Vertragsverhandlungen auf den Kandidaten zukommen.

Wer die branchenüblichen Gehälter kennt, ist für Diskussionen rund ums Gehalt gut vorbereitet und wird realistische Forderungen stellen. Dann ist es auch egal ob zuerst der Arbeitgeber oder Kandidat das Thema anschneidet. Wer überzogene Anforderungen stellt kann allerdings vorschnell ausscheiden. Zu niedrige Gehaltswünsche können dazu führen, dass dem Bewerber nicht die volle Leistung zugetraut wird, ganz nach dem Motto „Wer nichts kostet ist nichts wert“

 

Damit dir solche Fehler erst gar nicht passieren, stell dir folgende Fragen, bevor du dich bewirbst:

 

Was ist mein absolutes Minimum?

Eine Gehaltsspanne bietet beiden Seiten Verhandlungsspielraum. Überlege dir, welchen Betrag du als absolute Untergrenze siehst und welche Benefits und Zusatzleistungen für dich als Gehaltsausgleich in Frage kämen.

 

Was wird in dieser Branche / diesem Umfeld durchschnittlich verdient?

Wie viel Geld für dich drin sein kann, bestimmt unter anderem die Größe des Unternehmens, die Branche, die Berufsgruppe. Wenn du beispielsweise von einem Großkonzern in ein mittelständisches Unternehmen wechselst, wirst du andere Gehaltsgefüge kennenlernen. Auch bei einem Branchenwechsel kann dir ein Gehalts-Sturz oder -Höhenflug passieren. Daher empfehlen wir dir, das Gehaltsgefüge zu recherchieren, bevor du dich bewirbst.

 

Welche Vorteile bietet dir der Job?

Geld ist oft nicht der Hauptgrund für den Jobwechsel. Ein spannendes Aufgabengebiet, mehr Freizeit oder Vereinbarkeit mit dem Privatleben sind wichtige Motive, die auf die Gehaltsverhandlungen einwirken. Wenn die Mindest-Untergrenze für dich definiert ist, kannst du mit dieser Klarheit in den Gehaltsverhandlungen nur gewinnen.

 

Fazit: Geld darf und muss im Bewerbungsgespräch angesprochen werden. Für Bewerber macht es großen Sinn, sich im Vorfeld zu überlegen, was die konkreten Vorstellungen geld- und auch zeittechnisch sind. Ein gewisses Feingefühl, für den richtigen Zeitpunkt schadet nicht.