Aktuelle Jobangebote und Karrierechancen im Tiroler Unterland

Es ist Zeit für neue Wege – im Tiroler Fachkräftenetzwerk von unterland.jobs.
Finde spannende Jobangebote und verbinde Dich mit Unternehmen in Kufstein, Kitzbühel und Schwaz, die Fachkräfte wie Dich suchen.

Top Arbeitgeber

Freisinger Fensterbau GmbH logoMOGUNTIA FOOD GROUP logoMorandell International GmbH logoPrime Logistik GmbH logoautomation.eXpress logoStadtgemeinde Wörgl logoTourismusverband Kufsteinerland logoProfipack Verpackungsmaschinen GmbH logoSTIHL Tirol GmbH logoBinderholz GmbH logoFreudenberg Sealing Technologies Austria GmbH & Co. KG logoWALTER GROUP (LKW WALTER/CONTAINEX) logoSTOCK resort *****s logoRIEDERBAU-Gruppe logoBerger Logistik GmbH logoDAS SIEBEN ****Superior logoTransgourmet Wörgl logoSparkasse Kufstein, Tiroler Sparkasse von 1877 logoRaiffeisen Bezirksbank Kufstein eGen logoEmpl Fahrzeugwerk GmbH logoFreisinger Holzbau GmbH logo

worklife

Neue Wege Im Arbeitsleben

das magazin von
Pletzer Gruppe eröffnet neue Holdingzentrale in Hopfgarten image
Regionale Wirtschaft

Pletzer Gruppe eröffnet neue Holdingzentrale in Hopfgarten

16 Millionen Euro, Holzbauweise, eigene Bahnhaltestelle: Der neue Standort am Bergliftplatz bündelt die Verwaltung der Unternehmensgruppe — und schafft Arbeitsplätze im Brixental.Die Pletzer Gruppe hat im Juli 2026 ihre neue Holdingzentrale in Hopfgarten eröffnet. Knapp zwei Jahre nach Baubeginn ziehen die Buchungs- und Verwaltungszentrale der Pletzer Resorts Holding, das Finanz- und Personalwesen, Pletzer Immobilien und die Holdinggeschäftsführung am Bergliftplatz 1 zusammen. Im Endausbau sollen nach Angaben des Unternehmens bis zu 80 Fachkräfte am Standort arbeiten.Der StandortDas Gebäude wurde in Holzbauweise errichtet, geplant vom Wörgler Architekten Jakob Haselsberger. Eine Wärmepumpe heizt, eine Photovoltaikanlage liefert Strom, die Tiefgarage bietet 140 Stellplätze. Insgesamt investierte die Familie Pletzer laut eigenen Angaben 16 Millionen Euro in Zentrale, Wohngebäude und Tiefgarage.Für Fachkräfte zählt anderes: Die Bahnhaltestelle liegt direkt vor dem Haus, gegenüber betreibt die Gruppe einen eigenen Kindergarten. Im Gebäude gibt es eine Kantine, Meetingräume und ein Mitarbeitercafé. Wer im Brixental oder Inntal wohnt, erreicht den Arbeitsplatz ohne Auto — im Bezirk Kitzbühel keine Selbstverständlichkeit.Ein Arbeitgeber, viele BetriebeDie Pletzer Gruppe ist in drei Sparten tätig: Tourismus, Immobilien und Industrie. Wie breit das Spektrum allein in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein ist, zeigt der Blick auf die einzelnen Betriebe.Im Bereich Bergbahnen und Tourismus betreibt die Pletzer Gruppe die Bergbahnen Buchensteinwand, Bergbahnen St. Johann in Tirol, SkiWelt Hopfgarten-Itter. In der Hotellerie gehören Das Hohe Salve Sportresort in Hopfgarten, Das Hopfgarten Aparthotel, Das Walchsee Sportresort und Das Walchsee Lakeside zur Gruppe. Dazu kommen Gewerbebetriebe wie die APL Apparatebau und die Pletzer Anton GmbH in Hopfgarten.Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 1.500 Mitarbeitende und erwartet für 2026 nach eigenen Angaben erstmals einen Umsatz über 400 Millionen Euro. Geführt wird das Familienunternehmen von Manfred Pletzer gemeinsam mit seinem Vater KR Anton Pletzer. Die Wurzeln liegen in Hopfgarten — mit der neuen Zentrale bleibt auch die Verwaltung im Ort.Was das für die Region bedeutetMit dem Standort entstehen Verwaltungsarbeitsplätze in einer Gemeinde Hopfgarten, deren Arbeitsmarkt stark vom Tourismus geprägt ist: Buchhaltung, Personalwesen, Immobilienverwaltung, Reservierung. Für Fachkräfte im Brixental verbreitert das die Auswahl über die Saisonarbeit hinaus — vom Bergbahn-Job über die Hotellerie bis zum Verwaltungsarbeitsplatz mit Bahnanschluss.Offene Jobangebote der Pletzer Gruppe und ihrer Betriebe findest Du auf den verlinkten Arbeitgeberprofilen auf unterland.jobs.

Von Anis bis Zimt: 25 Jahre Moguntia in Kirchbichl image
Arbeitgeber im Fokus

Von Anis bis Zimt: 25 Jahre Moguntia in Kirchbichl

Vor 25 Jahren stellte Moguntia auf die grüne Wiese in Kirchbichl das damals modernste Gewürzwerk Europas. Heute arbeiten dort rund 140 Menschen aus vielen Nationen — in einem Familienunternehmen, das per Du ist und in Generationen denkt. Gefeiert wurde das Standortjubiläum mit einem Sommerfest ganz in Weiß. Wir haben mit Geschäftsführer Johannes Tonauer und Standortleiter Max Grevemeyer gesprochen.Ganz in Weiß, die gesamte Mannschaft: So feierte Moguntia sein Standortjubiläum — mit einer White Party beim Sommerfest in Kirchbichl. Weiß passt zum Unternehmen. Denn wer bei Moguntia eine Werksführung mitmacht, wartet vergeblich auf Jutesäcke und Basar-Atmosphäre. „Das ist alles Edelstahl, alles abgeschirmt, höchster Hygienestandard", sagt Johannes Tonauer. Die Gewürze kommen aus der ganzen Welt, lagern in Silos und werden vollautomatisch nach Rezeptur kommissioniert. Roboter fahren durch die Hallen. Rund 3.500 aktive Rezepturen führt das Unternehmen, jedes Jahr kommen tausende Neu- und Weiterentwicklungen dazu.Eine Idee begründet eine BrancheDie Geschichte beginnt 1903 in Mainz. Firmengründer Friedrich Buchholz hatte eine einfache Idee: Statt dass jeder Metzger seine Würste selbst würzt — mal mit mehr Pfeffer, mal mit weniger —, mischte er die Gewürze vor. Fünf Gramm pro Frankfurter Würstel, fertig. Standardisierter Geschmack, effizientere Produktion, mehr Sicherheit. „Damit hat er die ganze Branche begründet", sagt Tonauer. „Die deutschen und österreichischen Gewürzindustrien, die später entstanden sind, bauen auf dieser Basis auf."Nach Tirol kam Moguntia 1955, zunächst an den Bahnhof Kufstein, dann in die Sudetenlandstraße. Als der Standort zu klein wurde, schrieb die Unternehmensgruppe intern einen Standortwettbewerb aus. Kirchbichl gewann: Autobahnanbindung, möglicher Gleisanschluss — und vor allem die Belegschaft, die vom alten Standort mitziehen konnte. „Ganz neu irgendwo anfangen, wo du keine Leute hast — das ist grausam", sagt Tonauer. 2001 ging das neue Werk in Betrieb.Familienunternehmen, kein KonzernAuf einen Begriff reagiert Tonauer empfindlich: Konzern. „Wir agieren zwar oft wie einer, aber wir sind ein Familienunternehmen. Ein Konzern schaut auf Quartalsbilanzen, ein Familienunternehmen denkt in Generationen." Die Eigentümerfamilie Buchholz führt das Unternehmen in vierter Generation und kommt regelmäßig nach Kirchbichl — zu Townhalls, bei denen die gesamte Belegschaft zusammenkommt und jeder jederzeit Fragen stellen kann.Dazu passt: Moguntia ist ein Du-Betrieb. Vom Eigentümer bis zur Produktion sprechen sich alle mit Du an. „Für unsere deutschen Kollegen war das am Anfang schwierig", sagt Tonauer. „Aber sie haben es schätzen gelernt."Rund 140 Menschen arbeiten am Standort, der Großteil in der Produktion. Die Belegschaft ist international. „Wir sind froh über diese Vielfalt", sagt Standortleiter Max Grevemeyer. „Unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Wissensstände — das bereichert uns täglich."Ideen werden belohntAuf einer Skala von eins („keine Leitplanken") bis zehn („komplett durchorganisiert") verortet Tonauer das Unternehmen bei drei. Arbeitszeiten und Homeoffice sind flexibel — überall dort, wo keine Maschine den Takt vorgibt. In der Produktion gilt der Schichtplan, derzeit wird zweischichtig gefahren.Wer eine Idee hat, bringt sie ein: Über den kontinuierlichen Verbesserungsprozess können alle Beschäftigten Vorschläge machen. Ideen mit spürbarem Effekt werden belohnt. „Die Leute sind stolz, wenn ihre Idee umgesetzt wird", sagt Grevemeyer. „Das merkt man."Ausgebildet wird im technischen und kaufmännischen Bereich sowie im Qualitätsmanagement. Grevemeyer selbst ist das beste Beispiel für die Durchlässigkeit im Haus: Nach dem Abitur begann er als Auszubildender bei Moguntia in Deutschland — heute leitet er den Tiroler Standort. „Viele Unternehmen schreiben ‚durchlässige Strukturen' in ihre Stellenausschreibungen. Wir sind das perfekte Beispiel dafür. Viele unserer Führungskräfte sind bei uns ausgebildet worden."Der Kontakt zum Nachwuchs beginnt früh: Schulklassen besuchen das Werk, kreieren eigene Gewürzmischungen und lernen Sensorik — süß, salzig, sauer, bitter, die Chilischärfe hinten, der Pfeffer vorne. „Das begeistert alle, besonders die Jungen", sagt Tonauer.Wachstum mit AnsageDie Moguntia-Gruppe hat sich viel vorgenommen: In den nächsten fünf Jahren soll der Umsatz von rund 200 auf 300 Millionen Euro wachsen. Die Basis dafür liegt in der Diversifizierung. Neben dem klassischen Metzgereigeschäft beliefert Moguntia die Lebensmittelindustrie, produziert Private-Label-Produkte für große Biomarken in ganz Europa und bedient den Foodservice — Suppen und Soßen für Großküchen, Mensen und Krankenhäuser. Der weltweit größte Snackhersteller kauft seine Mischungen in Kirchbichl.Für den Standort heißt das: Zunächst wird die bestehende Kapazität effizienter genutzt. „Und wenn wir eine dritte Schicht brauchen, brauchen wir wieder Leute", sagt Tonauer. „Das wäre der nächste Schritt."Die Beharrlichkeit von 123 Jahren Firmengeschichte, verbunden mit der Neugier eines Innovationsbetriebs — so lässt sich zusammenfassen, was Tonauer zum Jubiläum sagt: „Wir leben das einfach. Es ist eine coole Materie."

Fachkräfte bleiben gefragt: Wieder mehr offene Stellen image
Arbeitsmarkt & Trends

Fachkräfte bleiben gefragt: Wieder mehr offene Stellen

Der Arbeitsmarkt im Tiroler Unterland verliert im Juni 2026 an Gleichklang. In Kufstein sinkt die Arbeitslosigkeit weiter, Kitzbühel und Schwaz verzeichnen ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Doch die Prozentzahlen täuschen: Alle drei Bezirke bewegen sich im Bereich der Vollbeschäftigung. Was das für Unternehmen und Fachkräfte bedeutet – ein Blick auf die Daten des AMS Tirol.Vorab: Was die Zahlen wirklich sagenÖkonomen sprechen von Vollbeschäftigung, wenn die Arbeitslosenquote unter rund vier Prozent liegt. Wer dann noch arbeitslos gemeldet ist, befindet sich meist zwischen zwei Jobs, wechselt die Saison oder sucht kurz. Kitzbühel liegt bei 3,4 Prozent, Kufstein bei 4,0, Schwaz bei 4,6 (jeweils Stand Mai). Tirol insgesamt: 3,7 Prozent – der niedrigste Wert aller Bundesländer, deutlich unter dem Österreich-Schnitt von 6,9 Prozent.Auf diesem Niveau relativieren sich Prozentveränderungen. Das Plus von 3,5 Prozent in Kitzbühel bedeutet 24 Personen mehr als vor einem Jahr – das kann ein einzelner Betrieb sein, der Personal abbaut. Der Arbeitsmarkt im Unterland ist nicht gekippt. Er ist ausgetrocknet.Kufstein: Der größte Arbeitsmarkt der Region bleibt stabilKufstein ist mit rund 50.100 unselbstständig Beschäftigten der mit Abstand größte Arbeitsmarkt des Unterlands – fast doppelt so groß wie Kitzbühel. Die Struktur ist breit: Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung tragen den Bezirk, keine einzelne Branche dominiert. Das macht den Arbeitsmarkt weniger anfällig für saisonale Schwankungen.Diese Stabilität zeigt sich in den Zahlen. 1.938 Personen waren im Juni arbeitslos vorgemerkt, 103 weniger als vor einem Jahr. Das Minus von 5,0 Prozent ist der deutlichste Rückgang aller Tiroler Bezirke außerhalb Osttirols. Besonders stark profitieren junge Menschen: Bei den unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um 20,8 Prozent auf 244 Personen. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 4,0 Prozent, und zwar bemerkenswert einheitlich über alle Gruppen hinweg. Auch das ein Zeichen eines strukturell ausgewogenen Arbeitsmarkts.Kitzbühel: 24 Personen mehr – bei VollbeschäftigungKitzbühel funktioniert anders. Der Bezirk ist stark touristisch geprägt, und im Juni läuft die Sommersaison an. Hotels und Gastronomie stellen ein, die Arbeitslosigkeit sinkt saisonbedingt – im Mai lag die Zahl der Arbeitslosen im Bereich Beherbergung und Gastronomie um 30,5 Prozent unter dem Vorjahr. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent (Stand Mai) hält Kitzbühel gemeinsam mit Reutte den niedrigsten Wert aller Tiroler Bezirke.Das Plus von 3,5 Prozent im Juni – 701 statt 677 vorgemerkte Personen – ändert daran nichts. Der Bezirk bleibt tief in der Vollbeschäftigung. Auffällig ist allenfalls, wo der leichte Anstieg herkommt: Er konzentriert sich auf die 25- bis 50-Jährigen mit einem Plus von 7,9 Prozent, während die Saisonbranchen einstellen. Im Mai etwa meldete die Produktion ein Plus von 20,9 Prozent bei den Arbeitslosen – allerdings auf niedrigem Niveau von 81 Personen.Positiv: Bei den unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um 18,0 Prozent auf nur noch 50 Personen. Fünfzig Menschen unter 25 ohne Job – im ganzen Bezirk.Schwaz: Zwei Arbeitsmärkte in einem BezirkSchwaz vereint beides: starke Industrie und Gewerbe im Inntal, intensiven Tourismus im Zillertal. Rund 7.900 Beschäftigte arbeiten in der Warenherstellung, rund 4.600 im Tourismus. Die beiden Welten entwickeln sich unterschiedlich – die Arbeitslosenquote in der Industrie lag im Mai bei 2,0 Prozent, im Tourismus bei 14,8 Prozent. Der Juni markiert im Zillertal den Übergang zwischen Winter- und Sommersaison, entsprechend beweglich sind die Zahlen.Im Juni waren 1.278 Personen arbeitslos vorgemerkt, ein Plus von 4,0 Prozent. Auffällig ist die Verteilung: Bei den Frauen stieg die Arbeitslosigkeit um 8,7 Prozent, bei den Männern blieb sie mit minus 0,3 Prozent praktisch unverändert. Die Gesamtquote lag im Mai bei 4,6 Prozent, knapp unter dem Landesschnitt – und die 2,0 Prozent in der Industrie zeigen: Wer eine Qualifikation für den Produktionsbereich mitbringt, findet praktisch immer einen Job.Offene Stellen: Über 2.800 Jobs warten in der RegionDer Stellenmarkt bleibt die stärkste Botschaft. Die drei Bezirke meldeten im Juni zusammen 2.804 sofort verfügbare offene Stellen – bei 3.917 vorgemerkten Arbeitslosen. Rechnerisch kommen damit auf zehn Arbeitssuchende sieben offene Stellen.Die stärkste Dynamik zeigt Schwaz: 1.068 sofort verfügbare Stellen bedeuten ein Plus von 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dazu kamen im Juni 550 neu gemeldete Stellen. Kufstein liegt mit 1.084 Stellen auf ähnlichem Niveau. In Kitzbühel standen 652 sofort verfügbare Stellen bereit – ein Minus von 21,6 Prozent, aber gemessen an nur 701 Arbeitslosen im Bezirk rechnerisch fast eine Stelle pro arbeitssuchender Person.Auch der Lehrstellenmarkt bietet Auswahl. Kufstein meldete 279 offene Lehrstellen, ein Plus von 11,2 Prozent. Schwaz folgt mit 151, Kitzbühel legte um 38,8 Prozent auf 68 offene Lehrstellen zu. Zusammen sind das knapp 500 offene Lehrstellen in der Region – für junge Menschen war der Einstieg selten so leicht.Was heißt das konkret?Für Unternehmen: Der Bewerbermarkt bleibt eng – und wird enger. Sieben offene Stellen auf zehn Arbeitssuchende bedeuten: Die meisten qualifizierten Kandidaten sind bereits beschäftigt. Wer einstellen will, konkurriert nicht mit anderen Stellenausschreibungen um Arbeitslose, sondern um Wechselwillige aus bestehenden Jobs. Sichtbarkeit, Geschwindigkeit im Bewerbungsprozess und ein konkretes Angebot entscheiden.Für Fachkräfte mit guter Ausbildung: Die Verhandlungsposition ist stark wie selten. Die Industrie-Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent in Schwaz oder die durchgehend niedrigen Quoten in Kufstein zeigen: Qualifizierte finden nicht nur einen Job, sie können wählen – nach Gehalt, Arbeitszeit, Entwicklung. Wer wechseln will, muss nicht warten.Für Arbeitskräfte mit geringer Qualifikation: Auch hier bietet der Markt Chancen, aber die Konkurrenz ist größer. Personen mit maximal Pflichtschulabschluss stellen mit 5.827 die größte Gruppe der Tiroler Arbeitslosen – in Kitzbühel stieg ihre Zahl um 13,9 Prozent. Der Hebel liegt in der Qualifizierung: Knapp 500 offene Lehrstellen in der Region und ein AMS, das seine Schulungsplätze ausbaut (plus 13,3 Prozent tirolweit), öffnen den Weg in die Bereiche, wo die Quoten bei zwei Prozent liegen.FazitDas Tiroler Unterland ist ein Arbeitsmarkt in Vollbeschäftigung. Die leichten Anstiege in Kitzbühel und Schwaz ändern nichts am Grundbefund: 2.804 sofort verfügbare offene Stellen treffen auf 3.917 Arbeitslose, von denen viele nur kurz zwischen zwei Jobs stehen. Unternehmen müssen um Fachkräfte werben. Fachkräfte können gestalten. Und wer sich qualifiziert, wechselt die Seite des Marktes.Quelle: Arbeitsmarktinformationen des AMS Tirol, Juni 2026.

Fehler sind menschlich, Fehlerketten sind tödlich: Was dein Schreibtisch mit einem Fliegercockpit gemeinsam hat image
Leadership & Organisationsentwicklung

Fehler sind menschlich, Fehlerketten sind tödlich: Was dein Schreibtisch mit einem Fliegercockpit gemeinsam hat

Februar 2009. Hurghada, Ägypten. Das Wetter ist perfekt. Die Maschine startet, zieht nach oben, geht in eine Steilkurve. Plötzlich passiert es: Windscherung. Ein extremes Wetterphänomen reißt von einer Sekunde auf die andere den Luftstrom an den Tragflächen ab. 77 Tonnen Stahl hängen 150 Meter über dem Boden. Ohne Auftrieb.Bis zum Aufprall bleiben vier Sekunden. Für die Entscheidung bleibt ein, vielleicht zwei Sekunden. Im Cockpit sitzt ein junger Copilot namens Philip Keil. Er reagiert instinktiv, drückt die Nase der Maschine abrupt nach unten und gibt Vollschub. Der Luftstrom kehrt zurück. Die Maschine fängt sich. Er rettet an diesem Tag rund 190 Menschen das Leben. Und was fast niemand glaubt: Nur drei Tage nach diesem Beinahe-Absturz sitzt Keil wieder im Cockpit. Mit einem besseren Gefühl und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als je zuvor.Während Philip Keil das erzählt, ist es mucksmäuschenstill. Man kann die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. 90 Ebbser Unternehmern stockt fast der Atem. Wir sind mitten im ersten Ebbser Unternehmertag.Vom Cockpit an den SchreibtischDer Sprung aus dem Cockpit an den Schreibtisch wirkt absurd. Hier geht es um Leben und Tod, dort um Deadlines, Budgets und Projekte. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Wenn der Druck steigt, die Zeit knapp wird und das Chaos ausbricht, greifen oben in der Luft exakt dieselben psychologischen Mechanismen wie unten im Büro.Philip Keil liefert an diesem Tag keine abenteuerliche Piloten-Folklore. Er zeigt nüchtern, warum wir unter Stress scheitern – und wie wir das Ruder herumreißen. Was hat die Luftfahrt der Arbeitswelt voraus? Sie hat das Zusammenspiel perfektioniert. Die extreme Sicherheit über den Wolken basiert nicht auf fehlerfreien Menschen. Sie basiert auf einer gnadenlosen Klarheit, geboren aus fatalen Irrtümern.Wer bereit ist, alte Denkmuster über Bord zu werfen, findet in Keils Erkenntnissen eine handfeste Blaupause für das eigene Unternehmen. Hier sind vier Prinzipien aus dem Cockpit, die jedes Team sofort übernehmen kann:1. Der Autopilot übernimmt keine VerantwortungIn der Luftfahrt: Viele glauben, der Autopilot fliegt die Maschine allein und Piloten sitzen nur daneben. Falsch. Moderne Technik unterstützt, aber sie entscheidet nicht.Im Unternehmen: Wir verstecken uns im Arbeitsalltag hinter Software-Tools und KI oder verlagern die Verantwortung bequem ins CC-Nirwana endloser E-Mail-Verläufe. Werkzeuge nehmen uns Arbeit ab, aber niemals die Verantwortung für das Ergebnis. Wer gedanklich das Steuer aus der Hand gibt, stürzt ab.2. Rolle schlägt HierarchieIn der Luftfahrt: Lange Zeit herrscht im Cockpit eine klare Hackordnung: Der unantastbare Kapitän und der stumme Copilot. Das führt zu Abstürzen, weil sich niemand traut, den Chef zu korrigieren. Heute gibt es nur Funktionen: „Pilot flying“ (der fliegt) und „Pilot monitoring“ (der überwacht). Bei jedem Flug wird getauscht.Im Unternehmen: Teams scheitern an steilen Hierarchien und dem tödlichen Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“. Gerade in Familienbetrieben kennt man das: Der unfehlbare Alt-Meister und der Junior, der lieber abwartet. Wer vorankommen will, muss das Ego vor der Tür lassen. Lasst die Jungen im Projekt fliegen, während die Erfahrenen absichern. Die Jungen lernen aus der Praxis – und die Alten bewahren sich vor Betriebsblindheit. Denn Fliegen lernst du nur durch Fliegen.3. Brich die FehlerketteIn der Luftfahrt: Ein Fehler an sich ist unvermeidbar. Eine Fehlentscheidung in der Luft ist immer noch besser als gar keine Entscheidung. Tödlich ist erst die Fehlerkette – wenn ein Fehler den nächsten auslöst und niemand eingreift.Im Unternehmen: Wir verbringen zu viel Zeit damit, Schuldige zu suchen. Eine offene Fehlerkultur bedeutet: Hand heben, den ersten Patzer sofort benennen und die Kette durchbrechen, bevor ein echter Schaden für den Kunden oder das eigene Unternehmen entsteht.4. „Fly the aircraft“ – Fokus in der KriseIn der Luftfahrt: Keil spielt auf der Bühne das Original-Band von Flug 1549 ein – jener berühmten Notwasserung auf dem Hudson River in New York. 208 Sekunden Funkverkehr. Mitten im absoluten Chaos fokussiert sich Captain „Sully“ auf exakt eine Sache: Fly the aircraft.Im Unternehmen: Wenn der wichtigste Kunde abspringt, die Einkaufspreise plötzlich explodiere, der Server crasht oder man gehakt wird, bricht Panik aus. Wir reagieren nur noch auf Zuruf. Die eiserne Regel lautet dann: Dem Geschehen gedanklich einen Schritt voraus sein („Be ahead of the airplane“) und alle Nebengeräusche ausblenden. Frag Dich nur: Um was geht es hier wirklich? Was ist in dieser Sekunde meine Aufgabe?

3.000 Arbeitsplätze und 580 Unternehmen. Der Wirtschaftsfaktor Ebbs. image
Regionale Wirtschaft

3.000 Arbeitsplätze und 580 Unternehmen. Der Wirtschaftsfaktor Ebbs.

Ebbs ist klein. Seine Wirtschaft ist es nicht. 580 Betriebe. Rund 3.000 Arbeitsplätze. Acht Unternehmen unter den Top 100 des Bezirks Kufstein – das stärkste mit 136 Millionen Euro Umsatz. Und das alles in einer Gemeinde mit 6.000 Einwohnern. Beim Ebbser Unternehmertag wurde sichtbar, welche Kraft hinter diesen Zahlen steckt.Vom Messecharakter zum neuen FormatAngefangen hat alles mit der Businessmeile. Daraus wurden die Ebbser Wirtschaftstage – drei Jahre lang ein Erfolg. Doch das Format hatte Messecharakter und war nicht mehr zeitgemäß. Die Gemeinde wollte mehr und legte eine Pause ein.Drei Jahre später wurde neu gedacht. Der Leitsatz: Das Bessere ist der Feind des Guten. Im Vordergrund stand die Qualität, nicht die Fläche – und der Wunsch, den Unternehmen etwas zurückzugeben. Heraus gekommen ist der Ebbser Unternehmertag, am Freitag, 19. Juni, im Gasthaus Sattlerwirt.Acht Betriebe unter den Top 100Wie stark Ebbs als Wirtschaftsstandort ist, zeigt die Echo-Liste der 100 umsatzstärksten Unternehmen im Bezirk Kufstein. Acht davon sitzen in Ebbs. Viele davon suchen laufend Fachkräfte auf unterland.jobs. Hier geht’s zu den aktuellen Jobangeboten in Ebbs. Liste der 8 umsatzstärksten Unternehmen in Ebbs: 3con – Platz 18, 136 Mio. Euro Umsatz, 747 BeschäftigteTirolia Spedition – Platz 23, 99,5 Mio. Euro Umsatz, 90 BeschäftigteRecon Europe GmbH – Platz 30, 92 Mio. Euro Umsatz, rund 100 Beschäftigte (allein am Standort Ebbs)PeakLogistics – Platz 55, rund 47 Mio. Euro Umsatz, 52 BeschäftigteUnternehmensgruppe Freisinger – Platz 73, rund 33 Mio. Euro Umsatz, 165 BeschäftigteTransportex – Platz 85, rund 30 Mio. Euro Umsatz, 33 BeschäftigteGKI Sanitär-Vertriebs GmbH – Platz 92, rund 28 Mio. Euro Umsatz, 33 BeschäftigteKleen-Tex Industries GmbH – Platz 99, rund 25 Mio. Euro Umsatz, 29 BeschäftigteQuelle: Echo Top 100, Bezirk KufsteinEbbs ist mehr als die GroßenDoch Ebbs ist mehr als seine Top-100-Betriebe. Viele kleinere Unternehmen tragen den Namen der Gemeinde weit hinaus: Handwerk, Gastronomie, Dienstleistung. Unzählige Unternehmen, die Kunden weit außerhalb von Ebbs haben. Bekannte Wirtshäuser wie der Sattlerwirt, der Oberwirt, der Unterwirt oder die Aschinger Alm locken zudem jährlich Tausende Feinschmecker an. Sie machen Ebbs für viele erst zu Ebbs.280 der 580 Ebbser Betriebe beschäftigen Personal. Unterm Strich arbeiten hier mehr Menschen, als im erwerbsfähigen Alter leben – das macht Ebbs zur Einpendler-Gemeinde. Der Standort zieht Arbeitskräfte aus der ganzen Umgebung an und wird zudem immer beliebter als Wohnort mit hervorragender Infrastruktur.

Weiterbildung in Teilzeit 2026: Wer zögert, geht leer aus. image
Aus- & Weiterbildung

Weiterbildung in Teilzeit 2026: Wer zögert, geht leer aus.

Du willst Dich weiterbilden, ohne Deinen Job aufzugeben? Dann zählt ab jetzt jede Woche. Seit 8. Juni 2026 ist die alte Bildungsteilzeit Geschichte. An ihre Stelle tritt die Weiterbildungsteilzeit – mit höheren Hürden, einem gedeckelten Budget und ohne Rechtsanspruch. Wer zu lange überlegt, verliert: nicht den Job, aber die Förderung.Die Idee bleibt dieselbe: Arbeitszeit reduzieren, sich qualifizieren, einen Teil des Verdienstentfalls vom AMS ersetzt bekommen. Nur die Spielregeln sind strenger. Worauf es jetzt ankommt – und warum Tempo zählt.Das ändert sich konkretZwölf Monate Vorlauf: Die Förderung gibt es nur, wenn Du mindestens zwölf Monate ununterbrochen beim aktuellen Arbeitgeber vollversicherungspflichtig beschäftigt warst. Früher reichten sechs.Vier Jahre für Akademiker: Mit abgeschlossenem Master- oder Diplomstudium brauchst Du vier Jahre vollversicherungspflichtige Beschäftigung – davon zwölf Monate beim aktuellen Betrieb.Arbeitszeit klar geregelt: Du reduzierst zwischen 25 und 50 Prozent Deiner Normalarbeitszeit. Unter zehn Wochenstunden darfst Du dabei nicht fallen.Mehr Lernnachweis: Mindestens zehn Stunden pro Woche in Präsenz oder Live-Online, beim Studium zehn ECTS pro Semester. Mit Betreuungspflichten für Kinder unter sieben Jahren sind es acht Stunden bzw. acht ECTS.Sperrfrist nach der Karenz: Direkt aus der Elternkarenz in die geförderte Weiterbildungsteilzeit? Geht nicht mehr. Dazwischen müssen 26 Wochen liegen.150 Millionen – und dann ist SchlussDie brisanteste Änderung steht nicht bei den Voraussetzungen. Sie steht im Budget.Für Weiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit zusammen stehen dem AMS bundesweit maximal 150 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Mehr nicht.Für Dich heißt das: First come, first served. Plane Deine Höherqualifizierung, stelle den Antrag rechtzeitig über MeinAMS – und schiebe ihn nicht auf die lange Bank. Ist der Topf leer, gibt es keinen Cent mehr. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung hast Du nämlich nicht.