Tirols Wirtschaft hat ein Problem: Nie gab es mehr offene Lehrstellen – und nie weniger Jugendliche, die sie besetzen wollen. Im Februar 2026 standen 1.169 Ausbildungsplätze nur 465 Bewerber:innen gegenüber, während immer mehr junge Menschen auf höhere Abschlüsse setzen.
Im Februar 2026 boten Tirols Betriebe 1.169 Lehrstellen an – ein Rekordplus von 11,1 % gegenüber dem Vorjahr. Doch nur 465 Jugendliche suchten eine duale Ausbildung. Gleichzeitig zeigt sich: Nur noch 40,3 % der arbeitslosen unter 25-Jährigen verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss. Die Folge: Während Akademiker:innen eine Arbeitslosenquote von nur 2,0 % genießen, fehlen Handwerk, Gastronomie und Handel dringend Nachwuchs. Besonders in Tourismus-Hochburgen wie Landeck (-17,5 % Arbeitslosigkeit) oder Schwaz (-4,4 %) werden viele Jobs nur saisonal besetzt, obwohl die Lehre dauerhafte Perspektiven bietet.
Die Zahlen hinter dem Trend
Lehrstellen-Rekord: 1.169 offene Stellen, aber nur 465 Suchende (+5,7 %)
Qualifikationslücke: Immer mehr Jugendliche wählen Matura oder Studium
Regionale Unterschiede: Landeck/Imst profitieren von Saisonkräften, Innsbruck (+6,1 %) und Kufstein (+2,0 %) kämpfen mit steigender Arbeitslosigkeit
Branchen unter Druck:
Bau: 4.259 Arbeitslose, aber viele Stellen unbesetzt
Handel: +2,3 % Arbeitslose, aber +32,6 % neue Stellen
Gastronomie: +5,8 % Beschäftigte, doch meist saisonalmeinbezirk.at
Warum das problematisch ist „Wir haben die Stellen, aber zu wenige passende Bewerber:innen“, warnt das AMS Tirol. Die duale Ausbildung gilt als Erfolgsmodell – doch ohne Nachwuchs drohen Betrieben langfristig leere Werkbänke und Küchen.
Fazit: Zeit zum Umdenken Tirols Wirtschaft braucht eine Kehrtwende: weg von der Fixierung auf Saisonkräfte, hin zu einer Stärkung der dualen Ausbildung. Sonst geht der Region nicht nur Know-how verloren, sondern auch die Chance, junge Menschen langfristig zu binden.
