Was 1976 mit fünf Angestellten in Kufstein begann, ist ein halbes Jahrhundert später zu einem der größten Automobilhändler Österreichs und Süddeutschlands herangewachsen. Mit 27 Standorten, einer erfolgreichen Immobilien-Sparte und 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern feiert die Unterberger Gruppe Jubiläum. Doch wie tickt das wirtschaftliche Schwergewicht als Arbeitgeber? Ein Blick hinter die Kulissen.
Wer an Unternehmensgruppen mit über einer halben Milliarde Euro Jahresumsatz denkt, hat oft anonyme Konzernstrukturen vor Augen. Bei der Unterberger Gruppe, die im abgelaufenen Jahr 561 Millionen Euro in den Bereichen Automobile, Immobilien und Beteiligungen erwirtschaftete, geht man bewusst einen anderen Weg. Das Unternehmen wird von den geschäftsführenden Gesellschaftern Gerald, Dieter, Fritz jun. und Florian Unterberger gemeinsam mit Geschäftsführer Josef Gruber operativ geführt – und dieser familiäre Kern soll für die Belegschaft spürbar bleiben.
Flache Hierarchien als Prinzip
„Obwohl wir mittlerweile 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, haben wir beispielsweise keine eigene Personalabteilung“, erklärt Gerald Unterberger. Was in dieser Größenordnung ungewöhnlich klingt, ist eine bewusste Entscheidung für kurze Kommunikationswege. Die Geschäftsführung versteht sich als direkter Ansprechpartner für die Belegschaft. Das Ziel: Entscheidungen sollen nicht in bürokratischen Schleifen hängen bleiben, sondern schnell und unkompliziert getroffen werden.
Vom Lehrling zur Führungskraft
Ein zentraler Pfeiler der Unternehmens-DNA ist die Kontinuität beim Personal. Überdurchschnittlich viele Mitarbeitende sind dem Familienunternehmen seit Jahrzehnten treu. „Nicht wenige haben bei uns gelernt und sind mittlerweile auch bei uns in Pension gegangen“, schildert Dieter Unterberger.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Nachwuchs: Rund 1.000 Lehrlinge wurden in den vergangenen fünf Jahrzehnten ausgebildet. Aktuell erlernen 161 junge Menschen Berufe wie Karosserietechniker, KFZ-Techniker, Lagerlogistiker oder Automobilkaufmann/-frau. Mit der Initiative „#lenkedeinekarriere“ rückt das Unternehmen das Thema Mitarbeiterentwicklung aktiv in den Fokus. Das Angebot reicht von laufenden Aus- und Weiterbildungen über eine eigene Mitarbeiter-App bis hin zu Investitionen in moderne Aufenthaltsräume. Dass diese Bemühungen keine leeren Phrasen sind, zeigt sich bei der Besetzung von Schlüsselpositionen: Es gibt zahlreiche Beispiele im Unternehmen, in denen ehemalige Lehrlinge heute als Service-, Verkaufs- oder Betriebsleiter Verantwortung tragen.
Wachstum als Jobmotor
Dass das Familienunternehmen nicht nur auf Tradition setzt, sondern auch dynamisch in die Zukunft blickt, zeigt der anhaltende Expansionskurs bei den Autohäusern. Allein mit 1. Jänner 2026 hat die Unterberger Gruppe fünf neue Standorte (zwei BMW/MINI-Häuser und drei Mehrmarken-Autowelten) in Burghausen, Mühldorf am Inn und Waldkraiburg in ihr Netz integriert. Diese strategische Erweiterung festigt nicht nur die Marktposition, sondern wird auch im laufenden Jahr zu einem weiteren Umsatzwachstum führen. Für das Team und zukünftige Bewerber bedeutet dieser Erfolgskurs vor allem eines: langfristige Jobsicherheit in einer überregional starken Unternehmensgruppe.

Das Zeugnis der Belegschaft: Ein Blick auf kununu
Dass der Spagat zwischen Großunternehmen und familiärem Umgang gut gelingt, zeigt auch ein Blick auf das unabhängige Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu. Mit einem Score von 3,8 von 5 Sternen liegt die Unterberger Gruppe spürbar über dem Durchschnitt in der Handelsbranche (3,4).
Besonders Bestnoten vergeben die Mitarbeitenden für die Arbeitsatmosphäre, den respektvollen Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen (4,3 Sterne) sowie die Gleichberechtigung. Auch handfeste Benefits wie Mitarbeiterrabatte, Teamevents und gute Parkmöglichkeiten werden häufig positiv hervorgehoben. Und wie bei jedem Unternehmen, das auf 27 Standorte angewachsen ist, gibt es auch konstruktive Kritik: So wünschen sich einige Mitarbeitende auf der Plattform noch mehr abteilungsübergreifende Kommunikation – ein Anliegen, das bei flachen Hierarchien und dem direkten Draht zur Chefetage direkt platziert werden kann.
Moderne Arbeitsplätze für die Zukunft
Um als Arbeitgeber auch in Zukunft ganz vorne mitzuspielen, investiert die Gruppe massiv in die Arbeitsumgebung. Allein in die Umsetzung der neuen Corporate Identity „Retail.Next“ an den BMW- und MINI-Standorten fließen aktuell rund 18 Millionen Euro. Das neue Schauraumkonzept soll nicht nur für Kunden eine Wohnzimmeratmosphäre schaffen, sondern auch den Beschäftigten ein hochmodernes Arbeitsumfeld bieten.
Zudem wird Wert auf zukunftssichere Technologien gelegt. Zeitgemäße Werkstättentechnik, Wärmerückgewinnung und ein hoher Anteil an Eigenstrom durch Photovoltaikanlagen gehören mittlerweile zum Standard an den Standorten. Im After-Sales-Bereich sieht man in der rasanten Entwicklung der Elektromobilität eine Chance, das Know-how der Teams weiter auszubauen. „Entscheidend wird am Ende des Tages die Mitarbeiter-Kompetenz sein“, blicken die Unterberger-Brüder in die Zukunft.
Auch nach 50 Jahren gilt somit der Leitspruch von Firmengründer Fritz Unterberger: „Wenn wir so weiter leben wollen wie bisher, müssen wir uns verändern.“ Ein Motto, das auch für die nächsten Mitarbeiter-Generationen in Kufstein und an den 26 weiteren Standorten Gültigkeit haben dürfte.
